Why more time in internet makes my penis grow

So, für all die Leute, die sich nach dem Lesen der Überschrift noch dazu entschieden haben der Kolumne eine Chance zu geben möchte ich kurz umreißen worum es heute gehen wird.

Das Internet hat einen Faktor, der es stark vom echtem Leben unterscheidet: Die Anonymität. Diese hat sowohl Vor- als auch Nachteile, doch diese möchte ich hier garnicht beleuchten. Heute geht es darum, welchen Einfluss diese Anonymität auf die Selbstwahrnehmung bzw Selbstdarstellung im Internet hat.

Es ist extrem schwer im Internet zu sagen: „Das bin ich!“. Denn dein Gegenüber hat es eher schwer zu erkennen, was „das“ denn eigentlich sein soll. Deshalb bedienen wir uns im Internet einer Wertungsmethode, die sich Vergleich nennt. Wir vergleichen die „Leistungen“ eines Gegenübers immer mit den unseren oder denen einer „großen“ Internet-Persönlichkeit. So können wir uns sehr schnell ein eigenes „Internet-Bild“ zeichnen und den anderen einschätzen.

Doch diese Methode beinhaltet 2 Dinge die sehr kritisch zu sehen sind:

  1. Da wir uns und andere über einen Vergleich definieren und ein solcher Vergleich in fast allen Fällen ein wertender Vergleich ist, haben wir bereits zu Beginn unserer Bekanntschaft einen festen Eindruck unseres Gegenübers bevor dieser sich selbst Vorstellen konnte. Ein wertender Vergleich heißt in diesem Fall, dass wir uns in unserem Hirn abspeichern, bei welcher Sache unser Gegenüber besser oder schlechter als eine andere Person ist. Wir haben also keine Liste von Fähigkeiten, sondern eine Liste von „besser“ und „schlechter“.
  2. Wir definieren uns selbst in dieser Welt der Vergleiche natürlich gerne besonders gut und wie wir bei Punkt 1 gelernt haben, tun wir dies indem wir in möglichst vielen Dingen punkten können. Wenn wir uns also im Internet positiv darstellen wollen, müssen wir viele Fähigkeiten in uns vereinen. Optimalerweise natürlich noch jede einzelne davon bis zur Perfektion um möglichst gegen jeden Vergleichswert ein „besser“ zu erhalten.

Doch wie stellen wir im Internet Leistungen da? Natürlich können wir sagen: „Ich bin besonderst gut in HTML, PHP und Javascript“ und als Beweis eine von uns entworfene Website anhängen. Doch dies sind nicht die wirklichen Aushängeschilder unserer Generation, wir definieren und sehr häufig über „Erfolgspunkte“.

Schon wieder ein neuer Begriff, „Erfolgspunkte“, doch ist dieser Begriff wirklich neu? Nein, ich denke jeder der im Internet spielt, hat diesen Begriff schon gesehen, gehört oder selbst benutzt. Er beschreibt einen vom Spieleentwickler festgelegten Wert der für bestimmte „Errungenschaften“ vergeben wird. Dies führt dazu, viele Spieler wenn sie sich in einem Spiel gut darstellen wollen möglichst viele und hochwertige Erfolge vorweisen wollen.

Ein klassisches Beispiel früherer Tage:

Am Rande des Wahnsinns

Eine weitere Methode des Vergleiches innerhalb solcher Spiele ist die Nutzung eines Penismet….ähm…Damagemeters. Grundsätzlich geht der überzeugte Gedanke um: „Wer im Damagemeter vor mir ist, ist ein Hartz-IV Empfänger und jeder hinter mir ist ein verkackter Noob der sowieso schonmal keine Ahnung von dem Spiel hat“ (Frei nach Barlow).

Doch wieso schreib ich das eigentlich alles? Nunja, dies hat einen einfachen Grund. Diese Fähigkeiten, sind keine Dige für die man Talent braucht oder Übung oder was auch immer. Das einzige was man dafür braucht ist: Zeit.

Wer die meiste Zeit in ein Spiel steckt ist am „Erfolgreichsten“ darin. (<- These ;)) Dies ist eigentlich nichts schlechtes ansich, es wird erst dadurch kritisch, dass alle die weniger Zeit investieren als "schlechter" dargestellt werden.

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